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Erinnerungskultur


Maxim Stolbovski, Vassilij Chruzki. Im Wartesaal des Todes (Matveev Kurgan zwischen 1941 und 1943)

7/12/2011

Als unsere Geschichtslehrerin den Vorschlag machte, dass wir an diesem Wettbewerb teilnehmen sollten, beschlossen wir, uns mit dem Krieg zu beschäftigen. Am Beginn schien es uns, als ob wir nichts Neues herausfinden würden und unsere Arbeit nicht über ein übliches Schulreferat hinausgehen könnte. Je tiefer wir aber in die Ereignisse eindrangen, die dort vor sich gegangen sind, wo wir leben, um so mehr fühlten wir, wie sehr sie auch mit uns zu tun haben.


Alexandra Trichitscheva. Die „aus der Hölle“ gerettet wurde

1/12/2011

Das Wort „Holocaust“ habe ich zum ersten Mal im Geschichtsunterricht gehört und danach beschlossen, dass ich so viel wie möglich über diese Tragödie wissen wollte. Ich las und sah mir Filme an. So erfuhr ich über die Geschichte des Holocaust, das Ausmaß dieser Tragödie und auch über die Rettung von Juden durch Gerechte der Völker der Welt. Über sie las ich mit besonderer Begeisterung, weil sie den dem Untergang geweihten Juden geholfen hatten, sich an einen Strohhalm zu klammern, weil sie den Menschen Hoffnung gaben, trotz des tödlichen Risikos nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Familien.


Das 20. Jahrhundert aus der Sicht von Jugendlichen

29/10/2011

2009 feierte Memorial das zehnjährige Jubiläum des Schülerwettbewerbs “Der Mensch in der Geschichte – Russland im 20. Jahrhundert”. Als wir den Wettbewerb ins Leben riefen, konnte niemand ahnen, dass er sich so lange halten und solche Bedeutung für das Leben unserer Gesellschaft annehmen würde. In den ersten zehn Jahren haben über 60.000 Schüler aus allen Winkeln Russlands an ihm teilgenommen – eine riesige Zahl. Jeder dieser Jugendlichen hat monatelang Dokumente gesammelt, Personen befragt, diese Informationen durchgearbeitet und dann hart gearbeitet, um das gesammelte Material in einer umfangreichen Studie darzulegen. Das Archiv dieser Schülerarbeiten erhält mit jedem Jahr wachsende Bedeutung als Wissensquelle über das Leben unseres Volkes in den vergangenen hundert Jahren; es wird aktiv von Historikern, Schriftstellern und Journalisten genutzt.


Lew Gudkow (Levada-Zentrum). Wir sind nicht seine Brüder und Schwestern. Und er ist nicht unser Vater

28/10/2011

Eine aufsehenerregende Untersuchung: Es ist eine Lüge, dass die Menschen in Russland Stalin lieben. Dieses Gefühl wird ihnen suggeriert. Im Februar 2011 legte der beim Präsidenten angesiedelte Rat für die Entwicklung der Zivilgesellschaft und für Menschenrechte Präsident Medwedew ein Dokument vor, dessen Titel lautet: “Zur Bewahrung des Andenkens an die Opfer des totalitären Regimes und zur nationalen Versöhnung”. Veröffentlicht wurde der Text auf der Internet-Seite des Rates und der Gesellschaft “Memorial” sowie später auf der Seite von “Rossijskaja gaseta”;  inoffiziell hat sich der Name “Programm zur Entstalinisierung” durchgesetzt.


Preisträger „des Mensches in der Geschichte – Russland im 20. Jahrhundert“ über den Wettbewerb

28/10/2011

Thema meiner Untersuchung für den Schülerwettbewerb 1999 war das Leben meiner Großmutter aus dem Volk der Tschuktschen; ich nannte sie „Wenn meine Großmutter Tagebuch geschrieben hätte“. Dieses „Tagebuch“ erhielt den ersten Preis des Wettbewerbs.


Wissenschaftler, Schriftsteller und engagierte Bürger kommentieren den Wettbewerb

27/10/2011

Daniil Granin, Schriftsteller:

Der Wettbewerb konfrontiert die Schüler mit der wichtigen Aufgabe, Alltagsgeschichte zu schreiben. Im Fokus ist das gewöhnliche Leben der Menschen mit allem, was dazu gehört: ihr direkter Alltag, ihre Umgebung, ihr Verhalten, ihre Sprache…


Themen des Wettbewerbs “Der Mensch in der Geschichte”: Zitate aus den Schülerarbeiten

26/10/2011

Polina Gerasimenko (Lesnaja Dolina, Gebiet Uljanowsk).  Aus Russland nach Russland:

Mein Material sind alte Fotografien, Dokumente, persönliche Gegenstände und die Erinnerungen meiner erwachsenen Familienmitglieder. Ihre Erinnerungen beziehen sich auf die Umsiedlung meiner Vorfahren aus Zentralrussland nach Sibirien während der vorrevolutionären Stolypinschen Agrarreformen, auf ihre Entkulakisierung und zwangsweise Umsiedlung in den sibirischen Norden, wo sie noch eine Lagerhaftstrafe absitzen mussten und von wo sie erst 20 Jahre später freikamen, und zuletzt auf die erzwungene Umsiedlung meiner Eltern aus Kasachstan nach dem Zerfall der Sowjetunion. In die meiner Arbeit beigefügte Karte ist dieser fast Hundert Jahre dauernde Weg meiner Familie mütterlicherseits „aus Russland nach Russland“ eingezeichnet. Er hat uns standhaft gemacht, unsere Herzen nicht vergiftet und keine Bitterkeit gegenüber unserer Heimat zurückgelassen.

 


Фонд Михаила Прохорова